Deutsche Bahn – Sauna inklusive

Gestern ging eine Meldung durch die Medien, die mich an eigene Erlebnisse erinnerte: In mehreren ICE-Zügen ist bei brütender Hitze die Klimaanlage ausgefallen. 27 Schüler hatten einen Kollaps, einige Menschen mußten sogar im Krankenhaus behandelt werden. Zeugenaussagen berichten, daß sogar eine Frau in Panik geriet, als ihr Sohn ohnmächtig wurde und sie vor lauter Verzweiflung versuchte mit dem Nothammer ein Fenster während der Fahrt einzuschlagen. Da ich nicht selber dabei war, kann ich den Wahrheitsgehalt der unterschiedlichen Aussagen nicht beurteilen, aber sollte auch nur die Hälfte stimmen, wäre das in meinen Augen ein unglaublicher Skandal. Und das schlimme: es deckt sich mit meinen Erfahrungen, die ich seinerzeit bereits im Jahre 2003 gesammelt hatte. Ich hatte ein Projekt in der Schweiz und bin im Sommer 2003 regelmäßig mit dem ICE von Basel nach Siegburg gefahren. Und genauso regelmäßig fiel seinerzeit die Klimaanlage aus. Schon damals waren die Mitarbeiter der Bahn bemüht, aber hilfslos. Die Gäste bekamen in Basel ein kostenloses Getränk. Und so konnte ich mich bis Freiburg mit meiner Apfelschorle noch einigermaßen behelfen, aber die verbleibenden drei Stunden waren eine unvergleichbare Qual. Die Klamotten klebten einem an dem Körper und man hatte nur noch einen Wunsch: so schnell wie möglich nach Hause und dort erstmal ausgiebig duschen.
Ich habe ja durchaus Verständnis, daß es mal zu einem Ausfall kommen kann. Aber bereits damals hat es mich verwundert, daß dies ein regelmäßiges Ereignis war. Damals hatte ich neben der Zugfahrt auch dreimal die Sauna inklusive innerhalb von vier Wochen. Und so müßte man eigentlich denken, daß die Bahn sieben Jahre später erstens die Klimaanlagenproblematik in den Griff bekommen hat. Aber zweitens sollte die Bahn zumindest einen Plan entwickelt haben, wie man in solchen Situationen den Passagieren helfen kann, damit diese unter den unerträglichen Bedingungen nicht weiter leiden müssen. Ich kann nicht verstehen, daß der Zug trotz der Probleme bis Bielefeld weiterfahren mußte, ohne das den Reisenden geholfen werden konnte. Und wenn die Aussage einer Schülerin wirklich der Wahrheit entspricht, daß eine Bahnmitarbeiterin auf die Frage, wie es weitergehe, ihr entgegnete “Wir sprechen uns wieder, wenn Du im Berufsleben bist”, dann bin ich ob dieser Unverfrorenheit echt sprachlos.

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