Erster Eindruck von Windows 8

Nach dem Artikel im SPON, wo die Möglichkeit beschrieben wurde, wie man Windows 8 gefahrlos in VirtualBox ausprobieren kann, habe ich – neugierig wie ich bin – das gleich mal ausprobiert. Von der Microsoft-Seite habe ich mir die ISO-Datei für die Installation heruntergeladen. Nach dem Einrichten der virtuellen Maschine hat VirtualBox auch tatsächlich von der virtuellen Installation-DVD gebootet und mit der Einrichtung von Windows 8 begonnen. Nach einer halben Stunde konnte ich mich dann zum ersten mal bei Windows 8 anmelden.

Man merkte sofort, daß hier Microsoft auch den mobilen Markt wie Smartphones und Tablet-PC mit Windows 8 erobern will, denn das neue Betriebssystem startet nicht im Destop-Modus sondern im Kachelmodus, so wie man ihn vom aktuellen Windows-Telefonbetriebssystem kennt.

Inhalt dieser Kachelansicht ist im wesentlichen das, was man heute hinter dem Start-Button findet: nämlich einige Kontrolleinstellungen sowie die installierten Programme, die man neudeutsch Apps nennt. Dabei die klassische Windows-7-Desktop-Oberfläche auch als Kachel zu finden. Die Idee, die dahinter steckt, die Kachelansicht als Standardansicht zu nutzen, ist die, daß ein Tablet-PC in einer benutzerfreundlichen Touchscreen-Umgebung startet. Der Nachteil ist der, daß das mit der Maus nicht soviel Spaß wie mit dem Finger. Die Größe der Kacheln läßt sich auch nicht einstellen (jedenfalls habe ich dazu nichts gefunden).

Wenn in die Desktop-Übersicht wechselt, bekommt man einen fast leeren Desktop zu sehen. Beim Aufruf der klassischen Windows-Programme, fällt auf, daß die Ribbon-Oberfläche, wie man sie aus Office kennt, nun überall Einzug gehalten hat.

Hinter dem Start-Button verbirgt sich eigentlich nur noch, der Wechsel in die Kachelansicht, die Geräteübersicht und  eine Suchmaschine für den Rechner. Bei den installierten Apps sind recht interessante Programme mit dabei, die heutzutage auch als Muss angesehen werden: zum Beispiel eine Twitter-Anwendung oder eine Facebook-App. Die Anordnung der App kann leicht mit Drag-and-Drop verändert werden, so daß man wichtige Programme vorne hat – weniger wichtige hinten.

Bei den Apps fällt auf, daß diese nicht im Fenstermodus ausgeführt werden. Und wenn die App verläßt wird sie nicht beendet, sondern belegt weiter Speicher, wie man im folgenden Bild erkennen kann:

Ich habe bisher nur die Möglichkeit gefunden, Apps durch den Taskmanager in der klassischen Oberfläche zu beenden. Ich hoffe, daß es da einen anderen Weg gibt, denn das erinnert mich frappierend an Android. Dort finde ich es auch ziemlich nervig, daß man als erstes einen Taskkiller installieren muß, damit nicht zuviel Speicher von Apps im Hintergrund gefressen wird.

Es gibt auch einen App-Store, der jedoch momentan nicht wirklich vor Angeboten überläuft:

Fazit: der erste Eindruck ist recht gut. Man hat bei Microsoft versucht, ein Betriebssystem zu entwickeln, daß sowohl den klassischen PC als auch die neuen mobilen Geräten bedienen soll. Ob dieser Kompromiss immer gelungen ist, kann ich noch nicht final sagen. Die Kachelansicht hat ihren Charme. Keine Frage. Aber es gibt Aspekte, die ich noch ungelöst betrachte. Zum Beispiel daß die Größe der Kacheln nicht einstellbar sind oder daß die Apps nur im Vollbild laufen und sich auch nicht so einfach stoppen lassen.

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