Eil +++ Bitte verwenden Sie die Meldung zum Deutschen Fernsehpreis nicht rpt nicht vor Ablauf der Sperrfrist. Die Meldung hat Sperrfrist 3. Oktober 2300

Man stelle sich vor: Viele der deutschen Tageszeitungen machen Front gegen die Gratuiskultur im Internet und kritisieren zum Beispiel Gratisangebote wie die Tagesschau-App, weil sie befürchten, daß ihre eigenen kostenpflichtigen Apps dadurch Kunden verlieren. Und daß man für die diversen Apps Geld bezahlen soll, um die Nachrichten der jeweiligen Zeitung dort zu lesen, wird mit der außerordentlichen Qualität begründet.

“Die Zukunft des markengebundenen Qualitätsjournalismus liegt weltweit in den digitalen Vertriebskanälen”

Was nun der Qualitätsjournalismus konkret bedeutet, hat DWDL heute morgen auf seiner Webseite dokumentiert. Da findet am 02.10. die Verleihung des Deutschen Fernsehrpeises statt. Und da man diese Verantstaltung nicht live zeigen will/kann/darf (warum auch immer, aber das ist eine andere Frage), sondern als eine Aufzeichnung am 03.10. zeigen wird, sind die entsprechenden Meldungen der Preisträger mit einer Sperrfrist versehen worden. Damit können die Verlage ihre Meldungen schreiben und haben zum Beispiel in der Dienstagsausgabe einen Artikel über den Deutschen Fernsehpreis. So weit, so gut.

Nun sind die Qualitätsportale so gut, daß sie einfach die dpa-Meldung, die dann über den Ticker kommt, sofort in ihre Webseite einbauen. Und weil dpa die Meldung mit einem eindeutigen Hinweis versehen hat, daß diese Meldung nicht sofort veröffentlichen darf (Eil +++ Bitte verwenden Sie die Meldung zum Deutschen Fernsehpreis nicht rpt nicht vor Ablauf der Sperrfrist. Die Meldung hat Sperrfrist 3. Oktober 2300), haben die Verlage mit den Qualitätsjournalisten ihre Arbeit in bester Manier gemacht und so sahen einige Webseiten heute morgen so aus:

Und weil der individuelle Qualitätsjournalismus durch Vielfalt auszeichnet, unterscheiden sich alle Angebote signifikant:

(Man beachte hierbei die Quellenangabe: n-tv.de/dpa! Andere sind wegen falscher Zitatweise schon mal gestolpert.). Da lohnt sich ja, daß man als Konsument Geld für die detaillierte Recherchearbeit der Journalisten ausgegeben hat… ;-) Bei DWDL kann man schön sehen, daß durch die automatisierte Übernahme der Argenturmeldungen das Angebot der regionalen Zeitungen austauschbar ist.

Nun ist mir auch klar, daß vorallem regionale Verlage nicht das Geld haben, nachts eine Heerschar an Journalisten für das Sichten und Recherchieren von Argenturmeldungen anzustellen. Aber es stellt sich die Frage, ob überhaupt Argenturmeldungen automatisiert in das Internetangebot übernommen werden müssen. Und das machen ja nicht nur die kleinen Zeitungen, sondern eben auch die großen Verlage (z.B. Springer, wie man oben sieht und die Bild war ja auch vorne mit dabei). Genau jene Verlage, die gerne ihre Inhalte kostenpflichtig anbieten würden und das mit der unglaublichen Qualität ihrer Angebote begründen. Und da würde ich sagen: da ist noch Luft nach oben…

 

Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post.
Both comments and trackbacks are currently closed.
This blog is protected by Dave\'s Spam Karma 2: 14845 Spams eaten and counting...