Montag in der Bahn

Ich hasse Montage. Wenn ich dann noch mit der Bahn fahren muß und das auch nicht gerade reibungslos läuft, bin ich eigentlich für die ganze Woche bedient. So wie diesen Montag…


Es fing schon damit an, dass ich am Bahnsteig durch die Anzeige mit den Worten „15 Minuten Verspätung“ begrüßt wurde. Einfach mal so pauschal. Letztendlich fuhr aber just in diesem Moment eine S-Bahn ein. Keine Ahnung, was für eine Bahn das war, aber so hatte ich im Endeffekt Glück gehabt und bin doch noch pünktlich los. Kurz vor Ehrenfeld blieb dann die S-Bahn stehen, und es gab eine Durchsage, dass durch einen Unfall mit Personenschaden im Kölner Hauptbahnhof, sich die Weiterfahrt erst mal verzögern würde. Hier kann man sicher der Bahn keinen Vorwurf machen, aber ärgerlich ist es trotzdem, denn ich sah meinen ICE in Gefahr. Gott sei Dank, ging es nach zehn Minuten Stehen doch wieder weiter. Im Hauptbahnhof bin ich dann schnell aus der Bahn, um zu Gleis 6 zu meinem ICE zu hechten. Dort am Gleis angekommen, wurde die Einfahrt des Zuges gerade angekündigt verbunden mit dem Hinweis, dass die Wagen 31-38 in umgekehrter Reihung ankommen würden. Ein Blick auf die Platzreservierung (Wagen 31, Platz 38) und Vergleich mit dem Wagenstandanzeiger auf dem Gleis erinnerte mich daran, dass ich mein 400m-Sprint-Training nach sechs Jahren Pause wieder aufnehmen wollte. Denn es stellte sich natürlich heraus, dass mein Zielwagen und ich fast die größtmögliche Entfernung auf diesem Bahnsteig einnehmen würden. Also Beine unterm Arm und an allen Leuten vorbei und zu Wagen 33 gehechtet. Ich hasse so eine Hektik am frühen Montagmorgen. Deswegen war ich auch in entsprechender Stimmung und ärgerte mich dann noch über:

  • Die Fahrgäste, die ihre dicken Koffer, die so grade noch in den Gang passten, ohne Rücksicht auf Knie und Füße der anderen Mitreisenden, durch den Gang zerrten. Und wenn der Koffer irgendwo hängengeblieben ist, wurde dann umso heftiger an dem Koffer gezogen – egal, ob da mein Ellenbogen oder mein Bein davon betroffen war.
  • Die Fahrgäste, die meinen, dass der Sitz eine tolle Gelegenheit ist, sich daran festzuhalten und sein komplettes Körpergewicht dran zu hängen. Dumm nur, dass die Sitze der Bahn immer so leicht mitgehen und man selber um gefühlte 10m nach hinten gezogen wird.
  • Die absurd kalte Temperatur im Wagen, die offensichtlich dadurch zustande kam, weil ein Bahnmitarbeiter den Wetterbericht für Dienstag schon mal für heute als gültig betrachtet hat.
  • Die Tatsache, dass der Fahrgast mit dem nervigsten Klingelton (Das Intro von New York, New York von Frank Sinatra) natürlich am häufigsten angerufen wurde.

Okay, vielleicht bin ich doch typisch deutsch und rege mich zu sehr über die Banalitäten des Alltages auf… ;-)

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