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Achtung Zoll!

Bei Facebook und Twitter hatte ich es schon angedeutet, aber 140 Zeichen sind manchmal was kurz, um die ganze Geschichte zu erzählen. Letzten Mittwoch war ich abends um acht auf dem Weg von der Baustelle in Düren nach Kerpen. Ausnahmsweise war ich mit dem Dienstwagen unterwegs, weil meine Frau mit unserem Auto unterwegs war. Kurz vor der Ausfahrt Kerpen setzte sich ein Wagen des Zolls vor mich und plötzlich blinkte das “Bitte folgen”-Schild auf. Zunächst war ich verwirrt. Vor dem Zollwagen fuhr ein LKW und ich dachte noch: “Komisch, wieso fahren die nicht VOR dem LKW, wenn die den kontrollieren wollen?” Irgendwie dämmerte mir die Erkenntnis, daß sie mich meinen könnten. Ergo fuhr ich dem Zoll hinterher, als er die A4 an der Ausfahrt Kerpen verlassen wollte. Auf dem dortigen Park-and-Ride-Parkplatz war dann die Fahrt zu ende.
Ich öffnete das Fenster und begrüßte den Zollbeamten mit den Worten: “Guten Abend, was kann ich für Sie tun bzw. was habe ich falsch gemacht?” Dieser antwortete mir: “Noch nichts! Darf ich mal Ihren Ausweis sehen?”. Mit den Worten “Selbstverständlich!” kramte ich das Dokument aus meiner Jacke und gab es ihm. Erste Enttäuschung machte sich bei ihm breit, als er meinte: “Sie kommen aus Kerpen?”. Als ich das bejahte, meinte er: “Dann wären Sie ja sowieso hier abgefahren?” was ich ebenfalls bejahte. Dann sagte: “Wir haben Sie angehalten wegen Ihres Kennzeichens.”
“Was ist denn damit nicht in Ordnung?”
“Es ist nicht von hier…” (Mein Dienstwagen hat ein Mannheimer Kennzeichen).
“Tja, das ist ja auch mein Dienstwagen…”
Der beamte lachte und meinte, daß sie das nicht erkennen konnte. Ich solle mir doch einen großen Aufkleber auf dem Auto machen, damit das der Zoll sofort sieht… ;-)
Ich gab ihm den Fahrzeugschein, wo er sich davon überzeugen konnte, daß es sich tatsächlich um einen Dienstwagen handelte.
“Ich war grad auf dem Heimweg und komme von Düren…”, erklärte ich.
“Sie glauben, gar nicht, was alles so in Dienstwagen von Düren nach Kerpen gefahren wird. Haben Sie Drogen oder Waffen bei sich?”
Diese Frage verneinte ich natürlich, wobei mir einige Sekunden die Frage auf den Nägeln brannte, ob schon jemals jemand diese Frage mit JA beantwortet hätte. Aber das verkniff ich mir…
“Haben Sie was dagegen, wenn wir uns mal Ihren Kofferraum anschauen?”
“Kein Problem…”
Ich stieg aus und öffnete den Beamten den Kofferraum. Ein anderer Beamter schaute in den Kofferraum und meinte grinsend beim Anblick eines Sixpacks Apfelschorle: “Sie haben ja doch was aus Düren mitgebracht…”
“Entschuldigung, ich wußte nicht, daß das verboten ist…”
Allgemeines Gelächter und der Kollege schaute schon recht unmotiviert weiter im Kofferraum. Ich denke, den Beamten war schnell klar, daß ich nichts illegales im Sinn hatte. Der erste Beamter erklärte mir noch, warum man mich angehalten hatte (Für die nicht Rheinländer: Ich fuhr auf der A4 aus Richtung Holland kommend mit einem BMW mit Mannheimer Kennzeichen und ich sah jetzt wegen der Bauarbeiten auch nicht aus, wie ein typischer BMW-Fahrer… ;-) ).
Man entschuldigte sich bei mir wegen des Anhaltens und wünschte mir noch einen schönen Abend. Im nachhinein fand ich die Episode recht witzig, auch wenn ich erst mal erschrocken war, weil mich der Zoll anhalten wollte. Aber die Jungs machen ja auch nur ihren Job und letztendlich machen sie auch zu unserer Sicherheit. Deswegen habe ich mich auch nicht deswegen geärgert, daß ich angehalten worden bin.

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Posted by vandyrk   @   10 Januar 2010
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