Roger Cicero in Köln 2010 – Zwei Konzerte in Einem…

Nun, nach einer langen Pause waren wir mal wieder auf einen Roger Cicero-Konzert. Nachdem mir die aktuelle CD “Artgerecht” nicht so recht 100% gefallen wollte, war ich zunächst etwas skeptisch. Nicht, daß die CD übermäßig schlecht gewesen wäre. Es waren in der Mehrheit gefällige Liedchen, die man nach dem Hören auch gleich wieder vergessen hat.

Nun gut… so ging ich ohne all zu großen Erwartungen in das Konzert. Die Band wurde im Vergleich zu den bisherigen Touren um zwei Mitglieder erweitert: ein Gitarrist und einen sehr genialen Percussionisten. Der erste Teil war solide, aber nicht so wirklich mitreißend. Positiv anzumerken, war daß diesmal vom ersten Moment an in der Kölnarena der Sound sehr gut war. Bei früheren Konzerten habe ich erlebt, daß erst nach dem dritten Stück der Sound einigermaßen akzeptabel war und beim Rammstein-Konzert im November war er gar hundsmiserabel. Doch diesmal gab es absolut nichts am Sound zu meckern. Das Problem war in meinen Augen, daß die Band im ersten Teil fast ausschließlich Lieder vom Artgerecht-Album gespielt hatten und dann auch noch die, die jetzt nicht so wirklich mitreißend waren. Dementsprechend war die Reaktion auch beim Publikum etwas verhalten. Dies änderte sich schlagartig nach der Pause. Denn im zweiten Teil wurden nicht die großen Hits gespielt, sondern auch die guten Stücke von der aktuellen CD, so daß die Stimmung schlagartig grandios wurde. Dabei überraschten insgesamt Roger und die Band wieder mit faszinierenden Neuinterpretationen alter Stücke. So zum Beispiel einer MTV-Unplugged-Version von “Fachmann in Sachen Anna” oder einer lateinamerikanischen Version des Stückes “Wenn sie Dich fragt”. Auch das Grand-Prix-Lied “Frauen regieren die Welt” war zunächst nur am Text wieder zu erkennen – eine tolle Neuinterpretation des Liedes. Dies zeigt auch die musikalische Bandbreite der Musiker und stellt unter Beweis, was die Jungs drauf haben. Sowas kommt leider nur live gut rüber und deswegen klingen die CDs direkt nach dem Konzert auch immer etwas langweilig. Auch das Stück “Seine Ruhe”, wo Roger bundesweit für jede Stadt eine Duettpartnerin gesucht hat, war klasse. Hier hatte er mit Svenja auch einen stimmlichen Glückgriff gelandet, denn ihre Performance konnte sich absolut sehen lassen:

Nach über zwei Stunden tobte die Kölnarena. Absoluter Höhepunkt war das letzte Stück vor der Zugabe – Murphys Gesetz. Wie bei der letzten Tour bei “Das Experiment” kam auch hier wieder eine Hammond-Orgel zum Einsatz. Das entsprechende Solo reichte zwar nicht an das von der letzten Tour heran, aber es war dennoch ganz große Klasse. Und so gab es einen riesigen Applaus für eine mehr als gelungene Vorstellung. Statt “Zugabe” sang das Publikum “Oh, wie ist das schön” und Roger und Lutz gaben sogar noch eine zusätzliche Zugabe, die von den Fans lautstark eingefordert wurde: König von Deutschland – eigentlich nicht mehr Teil des Programms, aber als Danke Schön für den frenetischen Beifall. Sympathischerweise vergaß Roger die zweite Strophe zu singen, was aber selber bemerkte und sie einfach hintendran nachholte.
Fazit: während der erste Teil gut, aber nicht überragend war, war der zweite Teil sicher mehr als unterhaltsam und sorgte doch für sehr zufriedene Mienen beim Publikum.

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One Response to Roger Cicero in Köln 2010 – Zwei Konzerte in Einem…

  1. Werner (2 comments)

    Hallo Vandyrk,

    danke für diese gut geschrieben Rezension, der ich größtenteils auch zustimme. Da sind sich wohl alle Fans einig, dass Roger Live immer noch “der Beste” ist!”Live” kommt bei ihm einfach viel mehr rüber…
    Schön, dass Dir ebenso wie mir die tollen musikalischen Veränderungen oder Varianten altbekannter Songs auffiel und vor allem erfreute !!!!!

    Gruss Werner

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